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Kurzgeschichten

Jonathan

Der junge Mann strich zärtlich über die vertraute geschwungene Handschrift auf seinen Unterarmen: „Das Leben beginnt, wenn du etwas riskierst!“. Diesen Spruch, wie ein Mantra vor sich hin flüsternd sprang er mit ausgestreckten Armen in das Wasser und glitt kurze Zeit später über die glitzernde Oberfläche.

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"Ach, Guia!"

Frühling 2015

Ich fahre entlang auf flachen Straßen, höre BB-Radio und genieße die Weite. Während meiner Pausen an den Raststätten wird nun "berlinert" und der Umgangston ist etwas rauer. Nach sechs Stunden Fahrt durchquere ich endlich die Ofenstadt Velten. Der Beethovenweg, wo ich fünf entscheidende Jahre meines Lebens verbrachte, wirkt unverändert, so als wäre ich nie fort gewesen.

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Das Leben ist schön

Doris und ich sitzen an dem kleinen Tisch eines Cafés in der Eckernförder Innenstadt. Ich schöpfe mit einem langen Löffel die geschäumte Milch ab, die sanft auf meiner Zunge zerfließt. Urlauber flanieren in der überschaubaren Shoppingmeile, während uns die warme Juni-Sonne ins Gesicht scheint. Die Corona-Inzidenzen sinken, es ist Frieden in Europa. Das Leben ist schön.

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Martha

Martha sitzt mit frisch gewaschenen Haaren auf der Bettkante und betrachtet argwöhnisch das unpanierte Hähnchenschnitzel vor sich und kommentiert: "Das hat etwas wenig Sonne abbekommen." Ihre Nachbarin, eine nette Mittachtzigerin, kichert über Marthas Statement und staunt zum wiederholten Mal über die Coolness der 101-jährigen Frischoperierten. Martha ist ein Phänomen, eine zähe alte Dame mit wachem Blick und einem von grauen Haarwellen umrahmten Gesicht. Bis zum heutigen Tag lebt sie ohne Pflegedienst, Pflegegrad oder Unterstützung in ihrer eigenen Häuslichkeit.

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