Essen Hauptbahnhof
Der Zug kommt mit lautem Quietschen zum Stehen, während ich meine in Düsseldorf gekauften Reiswaffeln knuspere. Ab und zu verteile ich ein paar Krümel auf dem Boden, was ich geflissentlich übersehe. Es ist inzwischen 7.10 Uhr.
Der Zug kommt mit lautem Quietschen zum Stehen, während ich meine in Düsseldorf gekauften Reiswaffeln knuspere. Ab und zu verteile ich ein paar Krümel auf dem Boden, was ich geflissentlich übersehe. Es ist inzwischen 7.10 Uhr.
Juni 2021
Ich versuche zu schlafen, wälze mich von einer Seite zur anderen, während Gelächter durch Bünsdorfs Straßen schallt und meine Gedanken um Alltäglichkeiten kreisen. Plötzlich vibriert mein Handy auf dem Nachtschrank und ich lese ungläubig den Namen der Anruferin.
„Siegfried, wo bleibst du denn schon wieder? Das ist ja wieder typisch für dich!“
Die Lichter der vor mir fahrenden Autos leuchten auf, blenden meine Sicht, während Philipp Poisel per Bluetooth im Radio "Roman" singt. "Ich möcht' ein Roman sein, auf den Seiten deines Lebens, ein Manifest, für das du aufstehst in der Nacht". Meine Gedanken schweifen ab zu seinem Strandkorb-Konzert auf dem Flughafen Hartenholm, das ich vor wenigen Tagen mit meiner Schwester besuchten durfte. "Ach, war das schön, nach dieser langen Corona-Durststrecke!"