Der Gentleman
Endlos wirkende, anonyme Krankenhausflure, weiß gekleidetes Personal. Ich erkundige mich nach der Zimmernummer und werde gefragt, ob ich eine Angehörige bin.
Endlos wirkende, anonyme Krankenhausflure, weiß gekleidetes Personal. Ich erkundige mich nach der Zimmernummer und werde gefragt, ob ich eine Angehörige bin.
Alma liegt im Bett, die orangefarbene Decke über den alten, knochigen Körper gezogen, und blinzelt mich an: "Ich will noch nicht aufstehen und die Tabletten mag ich auch nicht!"
Nicht ganz Frau meiner Sinne biete ich eine Bla-Bla-Fahrt von Hamburg nach Köln an und erlebe drei Stunden später eine Begegnung der anderen Art. Fröhlich winkend radelt mir vom Hinterausgang des Hamburger Hauptbahnhofs der junge Sven mit Mundschutz entgegen, der artig sein Fahrrad kopfüber in den Rumpf unseres Busses stellt, seine kleine Fitnesstasche von seiner Schulter schwingt und vor der Abfahrt fragt: "Ej, kann ich noch eine rauchen?" Gnädig gewähre ich ihm diese Gunst, bitte ihn jedoch, vor der Nikotin-Inhalation die Tür zu schließen.
Der ICE Nummer 699 nach München kommt zischend und ruckelnd am Berliner Hauptbahnhof zum Stehen. Die junge Chilenin, die sich in Berlin auf Wohnungssuche begeben möchte, um als Köchin mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit in der Hauptstadt Fuß zu fassen, verabschiedet sich winkend von mir. Ich wünsche ihr Glück für ihr Vorhaben, das sie sicher bei der momentanen Wohnungssituation in Berlin nötig haben wird.